Highlands | Magie und Sonne im Rücken

Highlands | Magie und Sonne im Rücken

An manchen Tagen verfliegt die Zeit, ohne zu genießen. Ohne sich bewusst zu machen, was für Chancen man verlebt oder für gegeben hält.

So ein Tag war heute nicht!

Morgens um Viertel vor sieben ging es nach (vierstündigem Schlaf, danke Gehirn) los. Zauberstab eingepackt und Kamera dabei Richtung Highlands.

Die Tour beinhaltete Inveraray, ein kleines Städtchen (Dorf?), das als »Gateway to the Highlands and Islands« bekannt ist.

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Inveraray »Tor zu den Highlands und Inseln«

Anschließend flogen – ähm – fuhren wir weiter nach Glencoe und den »drei Schwestern«. Glencoe ist bekannt a) wegen des Massacre of Glencoe von 1692 und b) den James Bond Fans vertraut aus Skyfall. (Dass mir niemand behauptet, ich würde einseitig berichten!elf!!11)

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Glencoe

Über einen Zwischenstop zum Mittagessen, apparierten wir endlich zum Glenfinnan Viaduct (auch genannt Harry Potter Bridge). Seit der Verfilmung des zweiten Harry Potter Buchs (»Harry Potter und die Kammer des Schreckens«) ist die Brücke weltweit berühmt.

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Glenfinnan Viaduct (»Harry Potter Bridge«)

Gegenüber der Brücke befindet sich Loch Shiel, bekannt u.a. aus dem dritten Kinofilm von Harry Potter (»und der Gefangene von Askaban«), dort als fiktiver Schwarzer See in der Nähe von Hogwarts.

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Loch Shiel (»der Schwarze See«)
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Loch Shiel

Die Fahrt durch die Highlands war atemberaubend schön und erweckte eine ganz besondere Magie zum Leben.

(Das ist keine implizierte Doppeldeutigkeit bezüglich Übelkeit. Aber die Tablette gegen Reiseübelkeit war dann doch auch irgendwie eine Art Magie.)

Und eine super-sympathische junge Frau habe ich auch kennen gelernt.

Um 20 Uhr kamen wir in Glasgow an (ich mit dem Gefühl, meinen Kopf einmal im Zeitumkehrer umgedreht zu haben). Völlig kaputt, aber total zufrieden.

Ein Tag voller Magie.

 

~Schottenkleid

Test in Magische Geschöpfe | Hauspunkte und Vergleiche

Test in Magische Geschöpfe | Hauspunkte und Vergleiche

Dezember 2015

 

In einem Raum voller Fremder.

Vor den Fenstern die winterliche Dunkelheit und lange, rote Vorhänge.

Runde Tische mit weißen Tischdecken und antike Kerzenständer.

Im Hintergrund Harry Potter-Filmmusik, im Kopf die Magie und all die Erinnerungen.

Englisch umsäumt meine Ohren zwischen anderen Sprachen.

Wir sitzen dort und quatschen und warten auf das Essen.

Unsere Kleider sind lang und kurz und gryffindorrot und schwarz und slytheringrün.

Dazwischen Zauberstäbe und –hüte.

Wir feiern einen Abend lang unsere Magie und lassen keine Muggles unsere Träume untergraben.

»In welchem Haus bist du?«

Und Fremde werden Freunde.

 

März 2016

 

Ein Raum voller Freunde.

Vor den Fenstern die Frühlingssonne und kurze, blaue Vorhänge.

Tischreihen und Projektor mit Tafel vorne.

Links von mir ein Hufflepuff, rechts von mir eine Ravenclaw.

Generell zu viele Hufflepuffs im Raum, weiter hinten ein Gryffindor.

Auf dem Tisch vor mir liegt ein Papier, auf dem ich Name und Haus ausfülle.

Ich verziehe das Gesicht.

Der Test besteht aus Fragen und Gruppenarbeiten. Wer die Antwort weiß, bekommt Hauspunkte.

Unser »Lehrer« gibt einem Hufflepuff Punkte für die Kreativität der Antwort.

Ich verlange Punkte für meine Anwesenheit.

Er macht ein nachdenkliches Gesicht, ich mache große Augen und bekomme sie.

Zufrieden lehne ich mich zurück, dann widme ich mich wieder den Fragen auf dem Papier.

Ich fühle mich wie in der Schule.

Nur, dass Themen wie Zauberstabkerne und Drachen behandelt werden.

Ich bemerke, dass es letztlich keinen großen Unterschied macht.

Was ist die Klassifikation des Ministeriums für Thestrale?

Ich blinzele nach rechts. Ja, das übernehme ich.

Und wie hieß der Kobold, der das Schwert von Gryffindor schmiedete?

Ich schiele nach rechts. Ah, klingt nicht schlecht.

»Hey, schreib nicht ab!«, flüstert es von rechts.

»Ich vergleiche nur«, erwidere ich und grinse und rate, dass Rufus Scrimgeour von Xenophilius Lovegood in The Quibbler als Vampir bezeichnet wurde. Oder Werwolf? Ich entscheide mich für ersteres. Ich lehne mich nach links. Hufflepuffs sind zu gutmütig, um etwas gegen Vergleichen einzuwenden.

»So seid ihr fertig?«, fragt unser »Lehrer« vorne und einige nicken. Ich schaue etwas gelangweilt auf meine Uhr. Solche Fragen beantworte ich nicht. Also bitte.

Neben meinem Namen und meinem Haus kritzele ich vor mich her, während die Klasse die Antworten durchgeht. Trotz meiner unbeteiligten Mimik, achte ich auf jede Meldung und lasse mich dazu herab, selbst Antworten zu geben. Hauspunkte.

»Und als was wurde Mister Scrimgeour fälschlicherweise betitelt?«

Ich melde mich als erste und gebe die Antwort.

Die Hauspunkte, die ich dafür bekomme, sind den gehobenen Arm letztlich doch wert.

Mit einem Gesicht, als wäre es das Offensichtlichste gewesen, hake ich Vampir als richtig ab. Natürlich.

Neben meinem Namen und Haus prangert inzwischen eine Schlange.

 

Nach der Stunde klopft mir jemand auf die Schulter und quasselt mir das Ohr ab.

Ich verdrehe die Augen, aber grinse schief.

Wer hätte gedacht, dass Hufflepuffs sogar mehr reden als Gryffindors?

»Kommst du mit?«

Ich packe mein Schreibeug in meine Tasche und zucke mit der Schulter.

»Natürlich geht sie mit!«, antwortet jemand für mich und ich schnaube, aber dann grinse ich und wir schlendern zusammen zum Café, reden über Dementoren und Schutzzauber und Dekarien und tun so, als würden wir die Blicke, die uns die Leute zuwerfen, nicht bemerken.

Wir brechen in Gelächter aus.

Es tut gut, denn letztlich ist es egal, in welchem Haus man ist.

 

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Schottenkleid

Wochenendgedanken

Wochenendgedanken

Am Wochenende saß ich mit Freunden in der Essecke der WG und durch mein Bewusstsein schnitt der Gedanke, dass ich sie schon bald nicht mehr so sehen, dass ich schon bald wieder zurück nach Deutschland gehen werde, dass »dieses« Leben hier nur temporär ist. Diese Routine, die ich mir hier aufgebaut habe, die Freunde, die ich regelmäßig sehe, die Märkte, wo ich meine Lebensmittel kaufe, die Bank, in der ich Geld abhebe. Es ist hier alles nur temporär, ein Leben auf Probe. Ein Abenteuer mitten im Alltag.

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Nach »Hause« von zu Hause | nach Weihnachten ist Neujahr

Nach »Hause« von zu Hause | nach Weihnachten ist Neujahr

 

Neujahr. 01.01. – schon wieder ein Jahr vorbei.

Ich blicke zurück. Wenn mein Jahr ein Bilderbuch wäre, welche Bilder würde ich mir jetzt gerne ansehen? Bei welchen würde ich den Mund verziehen? Bei welchen lachen?

Wüsste ich das, was ich heute weiß, würde ich es nochmals tun? Anders? Es sein lassen?

Eine Rakete explodiert vor dem Fenster. Ich sehe den Lichtstrauß am Himmel nicht, weil die Rollläden herunter gelassen sind. Unser Hund zittert. Ich kann ihn verstehen.

Das Unbekannte schüchtert ein, manchmal macht es Angst, manchmal ist da einfach nur die Frage: Was wäre, wenn?

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Weihnachtspause | Regen statt Schnee

Weihnachtspause | Regen statt Schnee

[Im Bus nach Edinburgh geschrieben. Vergessen vor lauter Weihnachtsfreude hochzuladen. Jetzt online. Cheers!]

 

Liege gegen fünf Uhr in der Nacht wach und starre an die Decke. Weihnachten trommelt in meinem Bauch. Es geht nach Hause von »zu Hause«. Nach Deutschland von Schottland.

Sitze im Shuttle von Glasgow nach Edinburgh Airport. Meine Schuhe und Socken sind nass, aber meine Winterjacke zu warm. Glasgow verabschiedet sich mit einem plötzlichen, heftigen Regenschauer (ich und meine Socken im Regen) mit anschließendem Sonnenschein (ich und meine Socken im Bus).

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Redet ein betrunkener Engländer und singt einen Disney-Song | 3 Dinge

Redet ein betrunkener Engländer und singt einen Disney-Song | 3 Dinge

Nach inzwischen fast zwei Monaten ein Rückblick.

Die ersten drei Dinge, mit denen man konfrontiert wird?

Erstens: Erst rechts, dann links – so gelingt’s. Die Autos fahren auf »der falschen Seite«. Das heißt, wenn man zuerst links guckt und es frei ist, bedeutet das, dass man schnell mal tot ist, wenn man glaubt, dass es wirklich frei ist.

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